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Artenvielfalt stand beim Monitoring im Visier

26. April 2017

Amt für das Biosphärenreservat lud zum zweiten Birdwatching am Süllitzer See ein

Alt Süllitz/Zirkow (gü). Die beiden Ranger des Amtes für das Biosphärenreservat Südost- Rügen, Thomas Papke und Heinz Steinfeldt, bleiben beim zweiten Birdwatching allein. Die Amtsverwaltung hatte am zurückliegenden Donnerstag interessierte Bürger und Gäste eingeladen, sich amSüllitzer Flachwassersee über die artenreiche Vogelwelt zu informieren.

Zwar traf ein Ehepaar aus Gera bei den RangernamBeobachtungspunkt ein. Doch diese wollten eine Wanderung unternehmen und zogen allein los. „Wir haben hier zum Monitoring eingeladen. Dazu gehört, dass wir uns aus der Ferne über Ferngläser eine Übersicht über die am See lebenden Vogelarten machen“, erklärt Thomas Papke gegenüber einem Fernseh- Team, das auch den Weg gefunden hat.

Und die angekündigte Artenvielfalt hält, was sie verspricht. Durch das Spektiv sind an diesem Vormittag u.a. Reiherenten, Graugänse, Blässrallen, Schnatterenten und Rothalstaucher zu sehen. Dazu kommt ein Paar Kraniche und ein Paar Höckerschwäne, die bereits mit demBrüten begonnen haben, informiert Heinz Steinfeldt die anwesende kleine Journalistenschar.

Das so genannte Birdwatching wurde im letzten Jahr am Süllitzer Flachwassersee eingeführt. Neben den genannten Vogelarten erwarten die Ranger in nächster Zeit auch die so genannten Schilfbrüter, wie beispielsweise die Rohrammer. Als Krönung des Tages hoffen die Ranger darauf, dass der Seeadler seine Kreise über dem See zieht. Er hat seinen Horst in der benachbarten Granitz. Doch ein Besuch des Königs der Lüfte bleibt aus.

Die beiden Ranger erfassen die Arten und wollen somit eine Bestandsentwicklung im Vergleich zum letzten Jahr nachvollziehen. Bei den Rothalstauchern gibt es dieses Jahr nur zwei Paare. Im zurückliegenden Jahr waren es noch fünf Brutpaare, wie Thomas Papke informiert. Jedoch vermuten die Ranger, dass die Gelege im letzten Jahr vom Fischotter vernichtet wurden und somit ein Teil der Rothalstaucher dieses Jahr eine andere Brutstätte aufgesucht haben. Marderhund und Fischotter sind nun einmal die natürlichen Feinde der brütenden Vögel, so die Ranger. „Das ist auch Natur“, unterstreichen die beiden Ranger. Auch wenn vernichtete Gelege immer ärgerlich sind, wie sie betonen.

Weitere Bewohner des Süllitzer Flachwassersees sind auch der Kammmolch, die Ringelnatter und die Wasserfledermaus. Letztere benötigt übrigens rund 500 Mücken am Tag an Nahrung, um satt zu werden, wie Thomas Papke echtes Detailwissen preis gibt.

Im Laufe der nächsten Wochen kommen u.a. noch Lachmöwen in den Bereich des Sees, die hier ebenfalls brüten werden.

Der Süllitzer See ist Teil des 2014/2015 renaturierten Biotopverbundkomplexes „Süllitzer Flachwassersee und Birkenmoor“. Das Areal, das von der B196 aus im Vorbeifahren zu sehen ist, ist im Laufe des Jahres die Heimat von dutzenden Vogelarten, so Ranger Heinz Steinfeldt. Diese nutzen den See als Brut- und Nahrungsrevier. Der bereits erwähnte Seeadler hat hier sein Jagdrevier. Übrigens, im Herbst werden die Vogelpopulationen am Wreecher See beobachtet und während eines vergleichbaren Monitorings erfasst.

Hintergrund: Bevor hier Anfang der 1980er-Jahre eine Aschedeponie der damaligen Heizkraftwerke in Binz, Bergen und Sassnitz errichtet wurde, bestand in der Süllitzer Niederung ein fünf bis acht Hektar großer Flachwassersee. Durch die Einrichtung der Deponie entwässerte das Gelände. Die negativen Auswirkungen auf den Naturraum führten zur Störung des Wasserhaushaltes und Teile des Moores trockneten ein.

Die Schließung der Deponie Anfang der 1990er-Jahre hatte die Einstellung des Entwässerungssystems zur Folge. Der Wasserstand konnte allmählich wieder ansteigen. Das Umland des Flachwassersees wird nur noch als Grünland bewirtschaftet. Überlaufstaue gewährleisten einen stabilen Wasserstand. Steigt der Wasserstand, zum Beispiel durch länger anhaltenden starken Regen, wird dieses ins Birkenmoor geleitet, bis der normale Pegel wieder erreicht ist.

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Die beiden Ranger Thomas Papke und Heinz Steinfeldt (hinten) hatten beim Birdwatching viel zu beobachten. Foto: Robby Günther



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