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Haselmausvorkommen im Waldgebiet bei Putbus entdeckt

14. Dezember 2017

Bei der diesjährigen Untersuchung der Haselmausbestände haben Mitarbeiter des Biosphärenreservates Südost-Rügen ein neues Vorkommen der streng geschützten Haselmaus in einem Waldgebiet bei Putbus entdeckt. Wolfgang Matzke von der Biosphärenreservatsverwaltung konnte gemeinsam mit dem Ranger Micheal Kolberg das als „Kobel“ bezeichnete typische kugelförmige Sommernest einer Haselmaus nachweisen.

Bei der vorangegangenen Herbstkontrolle der Haselmauskästen in den bereits seit mehreren Jahren bestehenden Untersuchungsflächen des Biosphärenreservates ist zudem der äußerst seltene Lebendnachweis einer Haselmaus gelungen. Ansonsten konnten auch hier typische Fraßspuren an Haselnüssen und die artspezifischen Nester der Tiere in den Kästen nachgewiesen werden.

Das Biosphärenreservat engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz der seltenen Haselmaus.

In Kooperation mit dem NABU Kreisverband Rügen wurde beispielsweise das Projekt „Die Haselmaus kommt ganz groß raus“ realisiert. Schülerinnen und Schüler verschiedener Rügener Schulen fertigten beispielsweise Haselmauskästen und installierten sie in für die Tiere geeigneten Lebensräumen. Sie dienen den Haselmäusen seither als zusätzliches „Wohnungsangebot“, was die kleinen Nager auch gern nutzen.

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat die Haselmaus als „Wildtier des Jahres 2017“ gekürt, um auf die Schutzwürdigkeit der Art und die Gefährdung ihrer typischen Lebensräume aufmerksam zu machen.Anders als es die deutsche Bezeichnung vermuten lässt, sind Haselmäuse keine „echten“ Mäuse, sondern nachtaktive Nagetiere. Sie gehören zur Familie der Bilche. Zu ihren nächsten Verwandten zählen Siebenschläfer, Gartenschläfer und Baumschläfer, welche ebenfalls in Deutschland heimisch sind.

In Deutschland kommen die streng geschützten Haselmäuse vor allem in der Mittelgebirgs- und Gebirgsregion vor. Weite Teile des Norddeutschen Tieflandes sind dagegen nicht besiedelt. Umso bedeutender ist damit das Vorkommen auf Rügen.

Haselmäuse bevorzugen reich strukturierte Laubwälder, die über einen entsprechend dichten Unterwuchs in Form von Dickichten und Büschen (zum Beispiel Hasel, Brom- oder Himbeere) verfügen. Je nach Witterung sind die Haselmäuse vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst aktiv. Im Frühjahr, gleich nach dem Winterschlaf, stehen Knospen, Blüten und Pollen auf dem Speiseplan, später saftige Beeren.

Auch kleine Insekten werden im Frühsommer nicht verschmäht. Mit Samen, Haselnüssen und Eicheln fressen sich Haselmäuse zuletzt den nötigen Winterspeck an. Den Winter verbringen die Tiere dann in einem echten Winterschlaf in selbstgebauten Nestern am Boden im Laub, zwischen Wurzeln oder an Baumstümpfen.

Jetzt sind unserer Haselmäuse auf der Insel schon in ihren Winternestern. Im kommenden Jahr wird die Untersuchung der Haselmausbestände in der Region des Biosphärenreservates fortgesetzt.

Kunden der Allianz können übrigens ganz besonders die Haselmäuse auf Rügen unterstützen. Für jeden Kunden, der sich dafür entscheidet, seine Unterlagen per E-Mail statt per Briefpost zu erhalten, spendet das Unternehmen 5,- EUR an das Biosphärenreservat Südost-Rügen. Mit den Spendengeldern werden Lebensräume der Haselmaus aufgewertet, damit die Tiere dort ihre Nester bauen können und genügend Nahrung finden.

Haselmaus_Prora_2017

Haselmaus in einem Waldgebiet bei Prora



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