„Salzwiesen im Klimawandel: Optimierung des hydrologischen Systems zum langfristigen Erhalt des Lebensraums an der Ostseeküste (OptiSal)“
Salzwiesen sind besondere Lebensräume an der Küste. Sie liegen im Übergangsbereich zwischen Land und Meer und werden regelmäßig oder gelegentlich von Ostseewasser überflutet. Ihre Böden sind salzhaltig und von speziell angepassten, salztoleranten Pflanzen bewachsen. An der Ostseeküste sind die Salzwiesen durch extensive Beweidung entstanden und prägen bis heute das Landschaftsbild.
Salzwiesen erfüllen wichtige Funktionen für Natur und Mensch:
- Küstenschutz und Klimaanpassung:
Durch ihre dichte Vegetation schützen Salzwiesen den Boden vor Erosion. Ihre flach geneigte Oberfläche schwächt zudem die Kraft von Wellen und Sturmfluten ab. Vor dem Hintergrund des steigenden Meeresspiegels leisten sie damit einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Küstenschutz.
- Natürlicher Klimaschutz:
Salzwiesen speichern große Mengen Kohlenstoff. An der Ostseeküste können sich in den Böden Torfschichten aufbauen, die langfristig Kohlenstoff binden und so zum Klimaschutz beitragen.
- Biologische Vielfalt:
Salzwiesen bieten Lebensraum und Nahrung für zahlreiche spezialisierte, seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Ihr Erhalt dient somit dem Schutz der biologischen Vielfalt und trägt entscheidend zum langfristigen Erhalt wertvoller Ökosystemdienstleistungen bei.
- Vom Menschen geprägter Naturraum:
Viele Salzwiesen an der Ostseeküste sind sogenannte Salzgrünländer, die durch extensive Beweidung auf Küstenüberflutungsmooren entstanden sind. Sie zeigen eindrucksvoll, wie menschliche Nutzung und naturnahe Lebensräume zusammenwirken können.
Ziele des Projekts OptiSal
Das im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) geförderte Projekt OptiSal verfolgt das Ziel, Salzwiesen an der Ostseeküste langfristig zu erhalten und an den Klimawandel anzupassen. Das Projekt ist bewusst praxis- und anwendungsorientiert angelegt. Die Entwicklung und Umsetzung der Maßnahmen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Landwirtinnen und Landwirten sowie lokalen Akteuren. Bis 2030 werden an drei Salzwiesenstandorten mit unterschiedlicher küstenbaulicher Prägung folgende Schwerpunkte umgesetzt:
- Verbesserung der Wasserverhältnisse:
Entwicklung und Umsetzung hydrologischer Maßnahmen, um den Zu- und Abfluss von Wasser zu optimieren und so die Salzwiesen zu erhalten und deren Funktionalität zu verbessern.
- Begleitendes Monitoring:
Beobachtung der Pflanzen- und Tierwelt sowie der Kohlenstoffspeicherung, um den Erfolg der Maßnahmen nachvollziehbar zu bewerten.
- Dokumentation des Aufwands:
Erfassung des technischen und organisatorischen Mehraufwands, der für den langfristigen Betrieb eines angepassten Wasserregimes erforderlich ist.
- Übertragbare Empfehlungen:
Ableitung praxisnaher Handlungsempfehlungen für vergleichbare Salzwiesenstandorte an der Ostseeküste.

Lage der drei Projektteilflächen im UNESCO-Biosphärenreservat Südost-Rügen mit Anbindung an die Ostsee über den Greifswalder Bodden. Die Teilflächen Middelhagen und Thiessow liegen auf der Halbinsel Mönchgut in der Gemeinde Ostseebad Mönchgut. Die Teilfläche Neuensiener See befindet sich in der Gemeinde Lancken-Granitz am Westufer des Sees.
Projektinformationen
Ansprechpartner: Dr. Jan Lentschke (E-Mail: j.lentschke@suedostruegen.mvnet.de, Tel.: +49 385 588633-28)
Laufzeit: 01.01.2025 bis 31.12.2030
Förderung: Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) - Handlungsfeld Meere und Küsten; gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)
Projektträgerin: Zukunft - Umwelt - Gesellschaft (ZUG) gGmbH
